Der Mythos der schwarzen Seele

Mit den geschwungenen, schwarzen Lettern auf roten Etikett ist der AN/2 der zweifelsohne bekannteste und erfolgreichste Weinexport Mallorcas. Denn nicht nur auf der Balearen Insel, sondern in mittlerweile mehr als 45 Exportmärkten gilt der Name Anima Negra als Gesetz für Qualität mit starkem und durchdringendem Callet-Charakter. Ob Mallorquiner, Resident oder Urlauber, jeder scheint die Bodega Anima Negra zu kennen und man hat das Gefühl als gehöre ÁN ebenso zur Insel, wie die Kathedrale zu Palma und der Hafen zu Andratx. Zwar ist der Begriff der schwarzen Seele in Jedermanns Kopf, dennoch scheint es, als sei die Herkunft und Geburtsstätte der weltweit für Furore sorgenden Weine „noch“ unbekannt.

Zwischen Sobrasada, Melonen und guten Tropfen

  • 19 October 2013
  • Redakteur

Zwischen Orangen- und Olivenbäumen, Schafherden und Weinreben liegt der kleine Bauernhof Son Vell. Wohnhaus und Bodega, direkt nebeneinander gebaut, sehen aus wie eine Einheit. Kein Wunder, verhilft der Wein doch bereits seit drei Generationen der Familie Sureda zum täglichen Brot. Die Bodega Son Vell Vinyes i Vi bei Manacor, lässt sich jedoch nicht ganz so einfach finden. Nehmen Sie sich deswegen genügend Zeit bei der Anreise. Auf der Straße von Manacor in Richtung Felanitx zeigt nach etwa fünf Kilometern ein einziges Schild, direkt an der Einfahrt, das Ziel an. Biegt man links in den kleinen Feldweg ab, lässt es sich schon erahnen, dass hier, außer dem guten Wein, noch viele weitere mallorquinische Produkte entstehen.

Bei unserer Ankunft scheint der Hof verlassen zu sein. Da macht uns eine Traktorhupe aus der Ferne auf jemanden aufmerksam. Eilig und winkend, bahnt sich der Besitzer seinen Weg zwischen Schafen hindurch und springt über Zäune, um uns zu begrüßen. Auf Son Vell arbeitet man emsig daran, aus dem Angebauten, hervorragende Produkte entstehen zu lassen.